Sonntag, 20. Mai 2012

Auf dem Bauernhof in Singapore

Kaum zu glauben, aber wir haben tatsächlich eine Farm in Singapore besucht. Und: hier werden auch noch die Pflanzen ökologisch wertvoll angebaut werden. Schon alleine der Name fetzt: Bollywood Veggie Farm Wir sind noch schnell am Sonntagnachmittag in den Norden Singapurs gefahren und haben festgestellt, daß es dort eine ganze Reihe von Farmen gibt, darunter auch eine Ziegen- und Fischfarm. Wir wollten uns erst einmal nur mit Pflanzen begnügen. Es war herrlich. Lauter einheimische und für uns exotische Pflanzen werden hier angebaut. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass die Erdnuss ihre Früchte in der Erde trägt. Es waren Reisfelder in verschiedenen Wachstumsphasen zu sehen, man durfte kreuz und quer durch Kräuter, Bananen, Papaya, roten und grünen Zuckerrohr laufen. Am Ende der Farm gab es einen Bereich mit mehreren Tümpeln, gleich dem, der früher hinter Gerneckes Haus im Winter mit Schlittschuhen zu betreten war. Dort darf man nackt rumlaufen!
Für Kinder sind auf dem Hauptweg zwei Basketballkörbe aufgebaut und Bälle in großer Auswahl liegen in großen Wannen. Die Hula-Hoop Reifen wurden von Jakob und August für alles hergenommen, nur nicht zum Hulahoopen ;).
Ein Restaurant auf dem Gelände füllte am Abschluß des Besuchs unsere leeren Mägen. Alles Gekochte kam aus dem eigenen Garten. Für mein deutsches Kuchenherz oder -magen? ....egal, es gab jedenfalls exzellenten selbstgebackenen Bananenkuchen. Die Auswahl war noch größer und wird dann beim nächsten Mal durchprobiert.











Sonntag, 13. Mai 2012

Muttertag

Ich bin ja eher die Generation "Internationaler Frauentag", der am 8. März zelebiert wird. Aber es ist natürlich wunderbar, wenn Deine zwei Söhne mit einem selbstgebastelten Herz vor Dir stehen und sagen "Mommy, mommy, mommy - I love you". Wir hatten einen gechillten Muttertag, mit Kindergeburtstag am Vormittag und klassischem Konzert am Nachmittag. Im Gepäck jede Menge Essen, Trinken, Spielzeug, Picknickdecke und was man sonst noch so braucht für ein Picknick im Park. Es spielte das Singapore Symphonie Orchester und wir durften, fast wie auf einem Festival im Gras liegen, Bier und Apfelsaft schlürfen und dabei unter anderem Dvorak, Khachaturian und Tschaikowski genießen. Herrlich! Nur lagen die Kinder erst um 22 Uhr in ihren Betten und somit hatten wir am Montag alle einen Hangover ;)










Samstag, 5. Mai 2012

Sebastian in Seoul, Süd-Korea

In der letzten April- und ersten Mai-Woche besuchte ich meine Kollegen in Seoul (Süd-Korea). Ähnlich wie schon in Moskau, sollte ich einen Workshop durchführen, um die Anforderungen der Kollegen in Süd-Korea an das BMW Leasing-System aufzunehmen.
Z
ugegebenermaßen, viel wusste ich nicht über Seoul und Süd-Korea: Olympische Spiele 1988 und natürlich der Fakt, dass seit dem Ende des 2.Weltkriegs Korea aufgeteilt ist in Nord- und Süd-Korea, und diese Aufteilung durch den Korea-Krieg 1950 (bis 1953) mehr oder weniger gefestigt wurde.
Von meinen Kollegen mit Korea-Erfahrungen hörte ich: "ein wundervoll schönes Land, mit viel Natur, man kann viel Wandern, aber auch Skifahren", "Koreaner sind nett und höflich", "Status gilt viel in Korea, vor allem das Auto ist ein hohes Status-Symbol"... Ich war gespannt!
Vom Flughafen bringt mich ein Bus zum Hotel, und, soviel konnte ich trotz fortgeschrittener Abendstunde erkennen, es geht über Land, mit Feldern und Feldwegen, vorbei an Wald und kleinen Ortschaften und am Horizont, gar nicht soweit weg, sehe ich Berge. Dann beginnt die Stadt und Seoul selbst stellt sich schon bald als hügelige Stadt dar, und gross.
Die ersten Tage verbringe ich (leider) viel in der Arbeit, erst am Abend kann ich ein bischen um die Häuser ziehen. Dabei wird eins schnell klar: Auch trotz der amerikanischen Präsenz finden sich kaum englische Wörter im "öffentlichen Leben". Das Bestellen eines Abendessen wird zum lustigen, aber auch leckeren Abenteuer. Gut, dass manche Restaurants in ihrer Karte auch Abbildungen der Gerichte haben.
Die U-Bahn hat glücklicherweise englisch untertitelte Stationsnamem, so dass Ausflüge ins Stadtzentrum ohne Probleme möglich sind.
 

Fürs Wochenende buche ich im Hotel eine geführte Tour an die Grenze zu Nordkorea.
Die Trennung zwischen Ost- und West, bei uns schon lange Geschichte, hier gibt es sie noch. In Korea heisst die Trennung "Nord - Süd", und der Grenzverlauf ist gekennzeichnet von einer 4 km breiten, sogenannten "De-Militarisierten Zone (DMZ)" (grammatikalisch korrekt wäre wohl "entmilitarisierte Zone"). Weder auf der Nord- noch auf der Südseite dieses streng bewachten Gebietes dürfen sich Militär, also bewaffnete Truppen aufhalten. Die Einreise in die DMZ muss zuvor angemeldet werden, der Aufenthalt unterliegt einer Zeitbeschränkung von 2h und es gibt Bereiche, in denen man nicht Fotografieren darf...
Unser Reisebus erreicht nach einer Stunde Fahrt von Seoul aus die "freedom"-bridge an der Grenze zur DMZ. Die Brücke führt über den Grenzfluss "Hangang" und hier wurden nach dem Korea-Krieg Gefangenen-Austausche durchgeführt. Eine aus den Fluten des Hangang gehobene, alte Dampflock ist ebenfalls ausgestellt, sie war bei Ausbruch des Krieges von Nordkorea "von der Brücke geschossen" worden und weisst mehr als 1000 Einschüsse auf. Nun steht sie als Mahnmal gegen den Krieg neben der Freedom-bridge.
Nachdem ein Kontrollposten passiert ist, geht es von der freedom-bridge in die DMZ. Wir fahren nach Dorasan, ein moderner und noch vollkommen unbenutzter Bahnhof an der Eisenbahnstrecke nach Pjoenjang/NK. Falls die Grenzen mal geöffnet werden, möchte man vorbereitet sein. Weiter gehts nach Panmunjeom, einem Ort, an welchem am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord und Süd unterzeichnet wurde. Von hier kann man einen Blick in den Norden werfen, fotografieren ist allerdings strengstens verboten.
Danach geht es zur Besichtigung eines in den 1980er Jahren entdeckten Tunnels, den Nordkorea unter der DMZ hindurch gegraben hat. 4 Tunnel wurden bislang entdeckt, man vermutet jedoch noch einige mehr. Die Tunnel würden es Nordkorea ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit Soldaten in den Süden zu verschaffen, und eine Invasion durchzuführen!
Droh-Gebärden aus Nordkorea hört und liesst man ja regelmässig in den Medien, aber das Gefühl einer Bedrohung sieht anders aus, wenn man sich tatsächlich in Seoul aufhält. Schliesslich liegt Seoul nur eine Fahr-Stunde von der Grenze zum Norden entfernt. Etwas mulmig im Bauch, geht es dann von der DMZ wieder nach Seoul zurück.
Süd-Korea ist ein aufstrebendes Land, es gibt einige wirtschaftliche 'global player', wie Hyundai oder Samsung, und die Menschen sind stolz auf ihr Land und darauf, wie sie es nach dem Krieg, als alles zerstört war, wieder nach vorn gebracht haben.
Der Eifer, mit welchem die Menschen das Land aufgebaut haben, ist auch heute noch zu spüren, allerdings mit verschiedenen Nebeneffekten: so las ich in einem Magazin, dass die Koreaner nichts ausser Arbeit kennen: Aufstehen, arbeiten gehen, abends nach Hause kommen, essen, schlafen.
Sie kennen keine Hobbies, wenn es heisst, Fotografieren ist "in", dann kaufen sich alle Koreaner eine Digitalkamera und fangen an, zu fotografieren. Aber ein Hobby ist es damit nicht, es wird eben gemacht, weil es "in" ist. Meine Arbeitskollegen bestätigten das, teilweise jdenfalls...
Sehenswert ist das "war memorial", welchen zum Gedenken an den Korea-Krieg errichtet wurde. Museum mit riesiger Aussenanlage, Denkmäler zur Erinnerung der im Krieg gefallenen Soldaten, Marmor-Tafeln mit den Namen der Verstorbenen.
Sehenswert sind natürlich auch die Märkte und Geschäfte, die ich versucht habe, so ausgiebig wie möglich zu besuchen (
ich liebe "shopping"!).
Neben den verschiedenen "wholesale"-Märkten gibt es auch noch eine Reihe von Parks, Palästen und Tempel, die alle zum spazieren gehen und verweilen einladen!
Gerne komme ich wieder!






Sonntag, 1. April 2012

Sebastian in Moskau

Aus Singapur heraus betreuen wir auch Russland, und mein aktuelles Projekt Einführung eines tools für die russischen BMW-Händler) führt mich zu einem Workshop nach Moskau.
Moskau - geprägt von 007, Gorki Park und dem Spion, der aus der Kälte kam, waren meine Erwartungen an diese tolle Stadt sehr gemischt. Gorbatschow hatte durch Glasnost und der Perestroika natürlich für Offenheit und Umbau gesorgt. Doch die "Russen-Mafia", die ja lange Zeit Thema jedes dritten Tatorts war, und die gefühltermaßen mittlerweile in jedem Urlaub anzutreffen ist, hatte meine Freude auf Moskau etwas eingetrübt. Doch dann gab es ja noch Erinnerungen an den Geschichtsunterricht, mit Zar Peter dem Großen, Oktober-Revolution, Andrei Sacharow und Jelena Bonner, sowie an den Matthias Rust, der dem Roten Platz eine eigene Größe gegeben hat, und natürlich Lenin, der, wie man alle Jubel-Jahre lesen kann, immer wieder aus seinem Mausoleum geholt und neu einbalsamiert wird.
Also Grund genug, sich auf die Stadt zu freuen!

Bei Ankunft am 25.03.2012: Kälte, Schnee, Eis! Minus 4 grad Celsius, brrrr! Auf Schnee-bedeckter Autobahn geht es vom Flughafen Domodedovo Richtung Innenstadt, nach 1,5h dann endlich im Zentrum, vorbei am Kreml und den ersten tollen Gebäuden! Kirchen, Kirchtürme und Prachtbauten wie aus dem Kino, denke ich! In den folgenden Tagen erkundige ich dann abends die Gegend ums Hotel. Den Weg vom Hotel zum Office erledige ich ab dem zweiten Tag mit der Metro. Das U-Bahn-Netz in Moskau ist gigantisch.
Die Bahngleise liegen teilweise 100m unter der Oberfläche, ewig lange Rolltreppen führen hinab in die teilweise unglaublich schönen Haltestellen. Teilweise, denn genauso gibt es (natürlich) die typischen, ostblock-mäßig das den Arbeiter- und Bauernstaat glorifizierende Schmuckwerk stalinistischer Bronzegiesserei.

Langsam der kyrillischen Zeichen mächtig, mache ich mich am Wochenende auf in die Stadt. Der Kreml, der Rote Platz. Das Mausoleum, in welchem man nicht sprechen und nicht stehen bleiben oder gar ein Foto machen darf, und was, obwohl dort ein Leichnam schön gekleidet zur Schau gestellt wird, doch irgendwie extrem beeindruckend ist. Das Kaufhaus Gym, einst (oder immer noch?) das größte der Welt, heute ein Platz für die Reichen und Schönen, only. Das Puschkin-Museum ist toll, die fehlenden englischen Beschreibungen, die mageren Ausführungen des Audio-Guide und die wagen Hinweise, daß Vieles nach dem Zweiten Weltkrieg den Weg aus Deutschland nach Moskau gefunden hat, trüben den Eindruck jedoch.

Das Café erinnert mich an "Der zerrissene Vorhang", als Paul Newman in ein kleines Café in Ostberlin tritt, jeden Moment könnte Wolfgang Kieling ums Eck kommen...
Meine Erkundungen Moskaus lassen mich ein Blues-Kaffee finden, welches ich in den folgenden Tagen noch zwei Mal besuchen komme. Live-Musik und viel Liebe zum Detail machen den Schuppen eine Reise wert. Und das Publikum wirkt fast 'untypisch' russisch: keine der zwielichtigen Gestalten, wie ich sie sonst auf Moskau's Straßen gesehen habe. Denn auf der Straße hatte ich oft den Eindruck, die Russen-Mafia ist überall! Aus schweren Autos steigen plötzlich dunkel gekleidete Menschen aus, unwillkürlich macht man einen Schritt zur Seite. Denen will ich nicht ins Gehege kommen, so mein erster Gedanke.

Das Volk, so habe ich den Eindruck, teilt sich in:
- Lada- und Wolga-Fahrer, mit alten, rostenden und röhrenden Möhren (und dabei war früher der Wolga ein richtig fettes Auto!)
und
- prollige, protzende, 8-Zylinder mindestens - Fahrer (also die Kategorie, die auch durch BMW beliefert wird): Luxus-Limousinen und SUVs. 60km/h in der Stadt? No way, es wird gerast und geröhrt, was der Motor hergibt, schließlich war der Wagen teuer und die 300PS wollen gezeigt werden! Das BMW hier mit sprit-sparendem 'efficient dynamics', mit automatisch abschaltendem Motor an roten Ampeln und weiteren Gimicks keinen Blumentopf gewinnen kann, ist klar. Gut, daß wir ja die M-GmbH haben :-) Allen Autofahrern gemeinsam ist allein der Gebrauch von Winterreifen mit Spikes, wodurch die Lautstärke des Verkehrs in die Höhe schnellt, und die Straßen kaputt gehen. Aber auf dem Weg zur Datsche sollen die Spikes unumgänglich sein, lasse ich mir sagen. Naja.

Nach 13 Tagen gehts zurück, ich fühle mich schon richtig heimisch, kenne die Metroansagen auswendig, kann Essen bestellen und einige Wörter russisch.

Fazit:
Anders als erwartet, ist Moskau schon sehr 'westlich' geworden, schneller, als es der Stadt vielleicht gut tut. Es gibt MacDonalds, Starbucks, Mediamarkt, und vieles Mehr. Bei Autos gilt allerdings ausschließlich: je teurer, größer und schneller, desto besser. Anders als erwartet, ist Moskau noch sehr "Ostblock". Es gibt kaum englische Beschilderungen, Vopo-Präsenz ist allgegenwärtig, Schnee wird mit der Hand von der Straße geräumt, und der Ost-Charme steckt noch in vielen Orten, vor allem in den staatlich geregelten...
Doch gerne komme ich wieder!



Freitag, 30. März 2012

Nahums 5th Birthday Party

Heute war Jakob eingeladen zum 5. Geburtstag seines Kindergartenfreundes Nahum. Schon Tage vorher war Jakob so aufgeregt und hat mich tausendmal gefragt "Ist heute die Party?"  Das Motto der Party war Superheroes.
Auch wenn Jakob Spiderman liebt, hat er doch, nach Klausur mit Papa, beschlossen, sein Ritterkostüm anzuziehen.

Und so stiefelte mein kleiner Ritter mit seinem Helm und Holzschwert zur Geburtstagsparty. Dort waren dann zahlreiche Spidermans, Prinzessinen, Space Rangers „Buzz Lightyear“ und das Superherogeburtstagskind Captain Amerika versammelt. Alle Kinder waren sooo süß. Auf Hüpfburg, im Pool mit Bällen und mit Luftballons umherflitzend, konnten sich die Kleinen austoben.
Wir Mutties haben das Riesenbuffet bewundert, bestaunt und uns durchprobiert. Alles war selbst gemacht und wunderschön dekoriert. Eine Riesengeburtstagstorte war der kulinarische Höhepunkt. Die Farben waren der Knaller und lecker war auch alles. Da freut man sich doch auf die nächste Party und bekommt ein wenig Angst, wenn die eigene Kindergeburtstagsparty bevorsteht.






Donnerstag, 29. März 2012

Warten macht keinen Spaß!

Der Isi ist seit dem 25. März in Moskau. Dort kämpft er mit der kyrillischen Sprache, düst mit der Metro durch die Stadt und hat lange Arbeitstage bei BMW.
Zuhause geht der Alltag weiter. Die Jungs gehen in den Kindergarten und ich regele hier unser Leben, quäle mich regelmäßig in der Hitze des Bikram Yogastudios und bereite so langsam den Osterhasen vor.
Jakob vemißt dieses Mal den Papa noch mehr als sonst. Die ersten Abende gab es heftige Tränen, weil der Papa ja sooo lange weg ist. Ich habe ihm einen kleinen Kalender gebastelt, auf dem er die Tage, die ohne Papa vergangen sind, wegstreichen kann. Das hilft ein wenig. Nur noch 10mal schlafen!




Dienstag, 27. März 2012

Buchlesen am Abend

Kaum ist der Papa aus dem Haus, lesen die Kinder alleine Bücher. Das bokbokbok von August soll übrigens ein Huhn sein!